Datenstruktur Siedlungsentwässerung

Die Datenstruktur Siedlungsentwässerung (VSA-DSS) ist ein konzeptionelles Datenmodell, welches die statische Struktur des Systems Siedlungsentwässerung erfasst und einzelne Objekte im System und die Beziehung zwischen diesen darstellt. Dabei wurde das System Siedlungsentwässerung so beschrieben, dass die unterschiedlichen Aspekte und Anwendungen im Bereich der Entwässerungsplanung auf konzeptioneller Ebene zusammengefasst und als «universelle» Grundlage zum Aufbau einer integrierten Datenverwaltung Siedlungsentwässerung verwendet werden können.

Motivation und Geschichte zur Entwicklung

Die Datensammlungen zur Siedlungsentwässerung entstehen heute an unterschiedlichsten Stellen (Gemeindeverwaltungen, Ingenieurbüros, Gemeindegeometer, Umweltstellen usw.). Die den Datensammlungen zugrunde liegenden Datenstrukturen orientieren sich dabei in erster Linie an den gängigen Problemstellungen der jeweiligen Fachdisziplinen und entstehen vielfach als «Ad-hoc»-Lösungen der Abwasser- und Gewässerschutzfachleute.

Im Nachhinein ist es auf der Basis der verschiedenen aufgabenorientierten Modelle sehr aufwändig, Daten auf einem fachübergreifenden (Gewässerschutz / Kanalnetz / Kläranlage) oder stellenübergreifenden (Ingenieur / Gemeinde / Kanton) Niveau auszutauschen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Verschiedene Datensammlungen und Ad-hoc Lösungen

Der problemlose Austausch von Informationen und die Verständigung über die Grenzen eines einzelnen Fachgebietes hinaus wird heute durch Verständigungsprobleme erschwert, weil Bezeichnungen nicht einheitlich verwendet werden.

Zum Beispiel werden selbst für die Siedlungsentwässerung so zentrale Begriffe wie «Haltung» und «Sonderbauwerk» ganz unterschiedlich verwendet: So kann eine Haltung

  • den hydraulisch homogenen Teil eines Kanals,
  • die bauliche Verbindung zwischen zwei Schächten oder
  • einen zusammenhängenden Teil des Kanalnetzes mit baulich gleichen Merkmalen bezeichnen.

Dadurch entstehen unnötige Missverständnisse und ein einfacher Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Planungspartnern wird verunmöglicht. Die im Rahmen der Entwässerungsplanung und des Betriebes angestrebte ganzheitliche Sichtweise des Wasserkreislaufes im Siedlungsgebiet und ein zielgerichteter, effizienter Planungsprozess ist unter diesen Umständen kaum zu realisieren.

Abbildung 2: Begriffsdefinition und Gliederung der Informationen in einem einheitlichen Datenmodell

Aus diesem Grund hat sich die Eawag entschlossen, zusammen mit dem VSA und mit der finanziellen Unterstützung des BAFU eine konzeptionelle Datenstruktur für den Bereich der Entwässerungsplanung zu entwickeln und als Teil einer Richtlinie für das Informationsmanagement in der Siedlungsentwässerung zu veröffentlichen. Die konzeptionelle Daten-Struktur Siedlungsentwässerung (DSS) soll als Dreh- und Angelpunkt wirken, an welchem sich Fachleute bei der Organisation und dem Austausch von Informationen orientieren können.

Mit der Datenstruktur wird nun eindeutig definiert, welche Objekte der realen Welt unter den Begriff Haltung fallen (nur der hydraulisch homogene Teil eines Kanals) und mit welchen Grössen der Begriff Haltung beschrieben werden kann (Material, Durchmesser, Reibungsbeiwert). Für die bauliche Verbindung zwischen zwei Schächten und einen zusammen hängenden Teil des Kanalnetzes mit baulich gleichen Merkmalen wurde dagegen der Begriff Kanal gewählt (siehe Beispiel Abbildung 2 ).

Nach oben

xeiro ag