Welche Fragen wurden vom CC-IG bereits beantwortet?

In der nachfolgenden Zusammenstellung sind die von der Arbeitsgruppe «Stand der Technik» beantworteten Anfragen aufgeführt.

Seebaggeranlage für Sand- und Kiesabbau Ersatz Öl-Transformator

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Beim genannten Sachverhalt kann nicht auf den Stand der Technik verwiesen werden. Jedoch auf Art. 3 des GSchG "Sorgfaltspflicht":

Jedermann ist verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden.

Aus Sicht des Gewässer- und Umweltschutzes ist der Einsatz eines Feststofftransformators zu bevorzugen. Beispielsweise hat ein Giessharztransformator den Vorteil, dass ohne Transformatorenöl die damit verbundene Brand- und Wassergefährdung signifikant verringert werden. Folglich werden Giessharztransformatoren besonders dort eingesetzt, wo wegen der räumlichen Nähe zu Personen oder Sachwerten ölgefüllte Transformatoren nicht oder nur mit erheblichen Massnahmen zum Brandschutz, wie z. B. Brandschutzwänden, aufgestellt werden können. Auch entfallen Ölauffangvorrichtungen. Zudem sind sie weitgehend wartungsfrei, da z. B. keine Undichtigkeiten wie bei flüssigkeitsgefüllten Transformatoren auftreten können und die Problematik der Hydrolyse des Transformatorenöles und dessen eventuell notwendige Aufbereitung entfällt.

Wegen der Luftkühlung eines Feststofftransformators ist die Wärmeabfuhr schlechter als bei flüssigkeitsbefüllten Transformatoren. Deshalb liegen die Leistungsbereiche von Feststofftransformatoren in der Regel auch zwischen 50 kVA bis 40 MVA.

Da es sich im vorliegenden Fall um einen Ersatz des Transformators handelt, wird es jedoch schwierig sein, in den bestehenden Platzverhältnissen einen Feststofftransformator einzubauen. Die technische Machbarkeit muss erst abgeklärt werden. D.h. die Platzverhältnisse und Leistungsbereiche müssen stimmen, sonst ist ein Ersatz eines ölbefüllten Transformators durch einen Feststofftransformator nicht machbar.

Auch bei einem Neubau muss die technische Machbarkeit gegeben sein. Ist diese gegeben, sollte der Feststofftransformator zum Einsatz kommen.

Allenfalls könnte auch ein Trafo mit biologisch abbaubarem Öl in Frage kommen, wie dies die Empfehlung des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) über den Schutz der Gewässer bei Erstellung und Betrieb von elektrischen Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten (Version 2.19; VSE, Aarau; 1. März 2006) verlangt.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18; [email protected]).

Wo erhalte ich weitere nützliche Informationen zum Stand der Technik?

In der Schweiz erhalten Vollzugsbehörden sowie Industrie- und Gewerbebetriebe Informationen und Hinweise für die Anwendung des Begriffs «Stand der Technik» bei der Beurteilung von Abwässern im Dokument Stand der Technik im Gewässerschutz.
Die eidgenössische Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998 verlangt von den industriellen und gewerblichen Betrieben, dass sie bei den Produktionsprozessen und der Abwasserentsorgung die nach dem Stand der Technik erforderlichen Massnahmen treffen.

Für die EU-Staaten gilt die Richtlinie 96/61/EG des Rates vom 24. September 1996 (IVU-Richtlinie) über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (Directive 96/61/EC – Integrated Pollution Prevention and Control – Directive IPPC).
Der Stand der Technik wird in branchenbezogenen Dokumenten oder Querschnittsdokumenten, sogenannten BREF’s (BAT Reference Documents) festgehalten.

In Deutschland sind die Anforderungen gemäss BVT (Beste Verfügbare Techniken – gleichbedeutend mit Stand der Technik), in den Anhängen der Abwasserverordnung AbwV branchenbezogen aufgeführt. Diese Verordnung soll ausdrücklich der Umsetzung der Richtlinie 96/61/EG dienen.

In Österreich gilt die AAEV, Verordnung über die Allgemeine Begrenzung von Abwasseremissionen in Fliessgewässer oder öffentliche Kanalisationen. Für viele Herkunftsbereiche ist der Stand der Technik in gesonderten Verordnungen, den AEV, abgebildet. Die Auflistung der verschiedenen AEV finden Sie im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes.

Welche nützlichen Dokumente bestehen zum Stand der Technik?

Zielsetzung des vorliegenden Angebotes ist es, dem Benutzer Hinweise zu Dokumenten zu geben, welche für die Bestimmung des Standes der Technik nützlich sein können. Der Entscheid darüber, was zur Zeit Stand der Technik ist, liegt bei der zuständigen Vollzugsbehörde (Art. 15 GSchV).

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